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Der Prophet Jesaja sieht, dass Gott Neues schafft. Nicht nur wir Menschen werden neu, auch Himmel und Erde. Und es kommen Versöhnung und Frieden. Der Apostel Petrus sieht, dass das wahr geworden ist in der Auferstehung Jesu. Und er wagt die Aussage, dass Gott selbst uns neu geboren hat. Neuanfang ist möglich, ja, er geschieht. Gott selbst hat ihn gemacht. Lesen Sie diese beiden großartigen Hoffnungstexte.

Jes 65,17 Denn schon erschaffe ich einen neuen Himmel / und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, / es kommt niemand mehr in den Sinn.

18 Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln / über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel / und aus seinen Einwohnern Freude.

19 Ich will über Jerusalem jubeln / und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes Weinen / und lautes Klagen.

20 Dort gibt es keinen Säugling mehr, / der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, / der nicht das volle Alter erreicht; wer als Hundertjähriger stirbt, / gilt noch als jung, / und wer nicht hundert Jahre alt wird, / gilt als verflucht.

21 Sie werden Häuser bauen / und selbst darin wohnen, / sie werden Reben pflanzen / und selbst ihre Früchte genießen.

22 Sie bauen nicht, / damit ein anderer in ihrem Haus wohnt, und sie pflanzen nicht, / damit ein anderer die Früchte genießt. In meinem Volk werden die Menschen so alt / wie die Bäume. Was meine Auserwählten mit eigenen Händen erarbeitet haben, / werden sie selber verbrauchen.

23 Sie arbeiten nicht mehr vergebens, / sie bringen nicht Kinder zur Welt für einen jähen Tod. Denn sie sind die Nachkommen der vom Herrn Gesegneten / und ihre Sprösslinge zusammen mit ihnen.

24 Schon ehe sie rufen, gebe ich Antwort, / während sie noch reden, erhöre ich sie.

25 Wolf und Lamm weiden zusammen, / der Löwe frisst Stroh wie das Rind / [doch die Schlange nährt sich von Staub]. Man tut nichts Böses mehr / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der Herr.

1 Petr 1,3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben

4 und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist.

5 Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll.

6 Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst.

7 Dadurch soll sich euer Glaube bewähren und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird (eurem Glauben) Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi.


Neu anfangen ist möglich 

Mancher Neubeginn vollzieht sich ja ganz unweigerlich. Der 1. Januar kommt und mit ihm das neue Jahr, ob ich will oder nicht. Und jetzt ist er schon wieder unweigerlich vorbei. Aber ob ich da auch selber neu anfange, das ist ganz ungewiss. Und wie neu der erste Januar tatsächlich eigentlich ist und wie viel neuer als jeder andere neue Morgen, das ist auch noch die Frage.  

Zu Weihnachten habe ich viele schöne Post bekommen. Ein Brief war dabei, der hat mich sehr angerührt. Er schrieb von Neuanfang und Hoffnung mitten in einer sonst ziemlich trostlosen Plattenbausiedlung in einer der Trabantenstädte im Osten Deutschlands. Ich erzähle mal – mit geänderten Namen und Einzelheiten - davon. 

Clara hatte seit Jahren Probleme mit dem Alkohol. Sie war eine liebenswerte Frau, wenn sie nicht getrunken hatte. Und hatte viele Freunde und Bekannte. Immer schon wollte sie aufhören, aber… Wenn sie getrunken hatte, dann löste sich ihre Persönlichkeit immer mehr auf und dann war sie oft tagelang verschwunden. Ende März war es wieder so weit. Sie öffnete nicht. Niemand wusste, was war. Ein Nachbar klopfte immer wieder. Nichts. Er kam schließlich zu der Wohnung der Ordensschwestern, die den Schlüssel von Claras Wohnung hatten. Und sie fanden sie am Boden liegend mit Tetrapacks von Fuselwein um sich herum. 

Sie kam ins Krankenhaus. Und nun war der Wille da, wirklich aufzuhören. Und sie hat es tatsächlich bisher geschafft – ohne Therapie, nur durch die Nähe und den Beistand ihres Kreises von Freunden. Und so konnte sie auch ihren 60. Geburtstag feiern. Ein großes Fest. Es gab auch Alkohol. Sie aber trank nur Wasser und Saft. Neubeginn ist möglich. Jetzt ist sie die liebevolle Oma für alle die Kinder, die in dem großen Plattenbau um sie herum wohnen. 

Karl ist ein ähnlicher Fall. Auch er ist stark vom Alkohol gezeichnet. Seine Wohnung ist in einem Zustand, dass er schon Jahre niemanden mehr hereinlässt. Es sieht viel zu schlimm aus und es funktioniert fast nichts mehr richtig. So feierte er seinen 50. Geburtstag nicht bei sich zu Haus, sondern in der Wohnung der Schwestern. Dann kamen mehrere Katastrophen auf einmal. Er erlitt einen Schlaganfall und es starb seine Mutter, an der er sehr gehangen hatte. Konnte er überhaupt in die Wohnung zurück? Wie wird es enden? In einem riesigen Kraftakt wurde die Wohnung komplett geräumt. Er bekam nun die Möbel der Mutter. Jetzt hat er die Schwestern zu seinem Geburtstag in die neue Wohnung eingeladen. Er konnte sie herzeigen. Und es funktionierte wieder alles. Ein Neuanfang ist möglich.  

Großvater wird immer mehr dement und pflegebedürftig. Die Tochter kümmert sich rührend, ja, nimmt ihn in die eigene Wohnung auf. Der Schwiegersohn Heinz verträgt das nicht gut. Das Verhältnis zum Opa wird für ihn immer schwerer. Obwohl er ein guter Christ sein will, spürt er Eifersucht, ja Hass in sich und leidet daran. Aber er kann nicht anders. Er muss es immer wieder den Opa spüren lassen. Zusammenleben ist fast unerträglich. Opa wird krank und bettlägerig, die Pflege immer aufwändiger. Eines Tages als Opa einen lichteren Moment hat, bekommt Heinz es doch fertig und sagt: „Du, Opa, ich war nicht immer gut zu Dir!“ „Ach, Heinz“, sagt Opa, „es ist schon gut.“ Vergebung, Versöhnung, Frieden treten ein. Vierzehn Tage später stirbt Opa. Wie gut, dass diese kurzen Worte möglich waren. Neubeginn ist möglich – auch dann, wenn alles zu spät scheint.  

So sage ich mir, lieber Thomas, verzweifle nicht an dir selbst. Neubeginn ist möglich, auch bei Dir. Fasse Hoffnung, habe Mut. Schau mal, Dir geht es doch im Vergleich zehnmal besser. Du kannst Dein Leben ändern. Wirklich. Es geht. Du bist frei. Du bist nicht völlig ausgeliefert. Der nächste Schritt heraus ist Dir möglich. Du kannst ihn gehen! 

Und nun möchten Sie wissen – ja, was mag denn das wohl sein, wo unser Autor gern raus möchte. Was ist denn sein Gefängnis, seine Sucht, seine Schwäche? Aber ich sage es nicht. Sie dürfen gern spekulieren. Und es reicht, wie bei jedem Menschen, von einem „Es ist gar nichts Ernstes“ bis zum Tod, der ja für jeden sicher ist… Nein, ich verrate es nicht.  

Denn es geht ja nicht um mich. Denken Sie viel mehr an sich selbst. An Ihre Lebenssituation und Ihre Verzweiflungen und Ihre Ohnmächtigkeiten. An das, von dem Sie sagen, da lässt sich nichts machen. Und lassen Sie sich sagen, Neubeginn ist möglich. So wie in diesen drei Beispielen. Vielleicht kennen Sie selbst welche? Und der Neubeginn anderer macht Hoffnung. Ist ein Hoffnungszeichen. Es geht nur um heute. Nur um den einen Schritt. Nichts mehr. Er lässt sich tun. Sie sind frei! Vor allem sind Sie freier, als Sie selbst oft meinen. 

Dass Sie sich davon überzeugen durch den nächsten Schritt, wünsche ich Ihnen 

Thomas Gertler SJ

11.01.2011

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